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Tag
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Strecke
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Kilometer
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St. Renan
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–
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Melon
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60
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Melon
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–
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Tregondern
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93
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Tregondern
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–
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Tregastell
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87
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Tregastell
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–
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Treguer
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63
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Treguer
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–
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Pointe
des Guettes
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94
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Pointe
des Guettes
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–
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Pledeliac
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36
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Pledeliac
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–
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Montfort-sur-Meu
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70
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Montfort-sur-Meu
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–
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Radinuef
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70
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Radinuef
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–
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St. Florent le V.
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111 !!!
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St.
Florent le V.
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–
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Nantes
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76
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Nantes
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–
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Ile
d’Errand
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79
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Ile
d’Errand
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–
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Locmariaquer
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100
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Locmariaquer
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–
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Kerbastic
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93
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Kerbastic
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–
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Le Juch
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108
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Le Juch
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–
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St. Renan
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103
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Summe
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1243
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unsere Tour auf der Bretagnekarte
Heute also schon der Morgen des "fünften Tags unterwegs", dem 3. auf dem Rad.
Nach zwei Autoreisetagen von Dresden los ca. 11Uhr30 fix durch D, Luxemburg (noch schön billig getankt) und Belgien, abends bei französischen Kuhfarmern – sind ja eh meistens unsere Freunde (siehe Irland- u. Norwegenreise) - Zeltquartier in den nachtkalten Ardennen genommen, Dienstag durch die Picardie mit herrlich Kathedrale in Amiens besichtigen, petit café (avec deux verre d’eau) trinken, weiter durch die Normandie Berg- und Talbahn fahren nach Rouen: erstes Baguette + pain aux chocolat kaufen und gleich aufessen und gleich noch eins kaufen. Wieder Kathedrale ansehen mit spezial baukundlicher Führung durch Lars. Die Stadt Jeanne d’Arcs Verhängnis, hat uns sehr gefallen! – War dann doch schon spät, in Caen getankt (wieder ziemlich teuer), in der Tabakbar noch kleine Cafes verklappt, uns mit Ziggis eingedeckt , die "Tour"-Ergebnisse in der Zeitung verfolgt und unsere noch persönlich unbekannten Auto-Quartiergeber in Brest/Plouzané vom Münzer aus angerufen.
Ab Caen gab’s zum Glück mautfreie Autobahn. So konnten wir nachts durchschmettern bis Brest. (Am erleuchteten St. Michel im Meer vorbei! – vielleicht schaffen wir es ja mit dem Rad noch bis dahin.)
Dank klarer und ausreichender Telefon-Wegbeschreibung nachts um 2Uhr15 auch tatsächlich das richtige Haus gefunden, dort noch gepennt, Auto am Vormittag in St. Renan stationiert, noch ordentlich montiert, umgepackt, gefrühstückt (...) und endlich ca. 13.00 Uhr los mit’m Rad!
Erst wieder südl. durch Plouzané noch mal durch und dann gleich an die Küste! Schönen Schlenker zum Pointe St. Mathieu (westl. Bretagnepunkt), dann weiter Richtung Norden durch le Conquet zum ersten Badestrand: salzig, kalt, windig, schön! Im stetigen auf und ab und mit Gegenwind durch Plourazel, über die Aber-Mündung (spezielle ertrunkene Flusslandschaft) und bei Brétes wieder Richtung Küste bis Melon (vorher Wasserholen bei ausgerechnet Deutschen...). Direkt an der Steilküste schönes Windquartier bezogen.
rosa Granitküste
Dann wieder auf die S 78 und ziemlich durchgezogen bis Lannion. An sich ging’s ganz gut zu fahren, aber wir hatten sehr starken Gegenwind und mußten wirklich jeden Meter treten, kaum das es mal gerollt ist. In Lannion hatten wir dann Pause mit Milch und Pfirsichen und dem Rest der bretonischen Spezialität mit viel Butter von gestern. Lannion als typische bretonische Kleinstadt machte einen guten Eindruck. Es war sehr sonnig und warm, zumindest, wenn man wie wir im Windschatten der Kirche saß. Die letzen Kilometer nach Tregastell über Trebeurdeu ist es mal wirklch gerollt, weil wir den Wind im Rücken hatten. Die Rosa Granitküste empfing uns mit richtigem Touri-Streß, viel Verkehr auf der Straße, vor allem WoMo’s. Da, wo wir zelten wollten, war überall Naturreservat und einigermaßen enttäuscht sind wir auf den Zeltplatz, ging dann aber auch. Wir waren dann noch mal baden, obwohl es am Abend sehr windig wurde, fast ein kleiner Sturm, der bis zum Sonntag anhalten sollte.
Hinter Treguer, bei Belle vue haben wir dann am Tabak –Maisfeld (kleiner botanischer Zweifel ... ) einen freakigen Platz gefunden, leider ohne Meerzugang. Dazu war’s zu weit landeinwärts, wir hätten noch 5 Kilometer bis an die Küste fahren müssen.
bretonisches Brunnenhaus
Aus Paimpol raus leider verfahren. Kein Wunder, es rollte mal auf ebener Straße und kein Gegenwind. Wir haben das dann ‚repariert’ und als ich sagte: ,wer weiß, wozu es gut ist', war in Pleguien die Straße gesperrt und ein Umzug der Gemeinde fand statt. Sie trugen sehr schöne bretonische Trachten ( und Hauben!), fuhren in Kutschen und führten auf der Straße Tänze auf. Auf dem Gemeindesportplatz gab es dann noch mal eine Einzeldarbietung der Gruppen und Dudelsackpfeifer. Wir haben uns Cidre und Crepes mit Würstchen gekauft und uns das Ganze sehr vergnügt angekuckt.
Dann musste es aber mal weitergehen, wir wollten ja schließlich noch ans Meer. Über Binic und Pordiac nach Les Rossaires an den Stand ging’s ganz schnell. Dort haben die Rettungsschwimmer dann ziemlich rumgenölt, weil wir FKK mitten mang unter all den Textilstrandfranzosen. Wir waren trotzdem schön baden! Dann nach St. Brieux. So typische Sonntags-Abend-Stimmung in der Stadt. Es war total tote Hose und noch dazu so eine Spannung wie vor einem Gewitter, dass dann doch nicht kommen wird. Wir sind über Yffinac nach Hillion. Dort holte uns der Regen ein und wir warteten den in der Bäckerei bzw. im Cafe ab. Kurz vor 21.00 Uhr ging es noch mal Rtg. Pointe des Guettes, dort hat der Regen wieder heftig angefangen. Wir auf einen Park-Rast-Platz mit Wiese rauf und Zeltaufbau im Hui, inzwischen goss es wie aus Eimern. Das blieb dann auch so. Bis Montag Mittag.
Warum auch immer, wir haben lange gepennt, bis halb zehn, haben dann wie immer 2 Stunden für frühstücken, waschen, packen gebraucht und sind dann los. Rtg. Dinan. Da waren zwar außer uns auch noch alle anderen Bretagne-Touris, aber die Stadt ist’s auch wirklich wert, besucht zu werden. Die steilen zum Hafen abfallenden Straßen mit den alten Fachwerkhäusern, die Stadtmauer, der Markt, alles richtig schön. Wir haben uns Zeit gelassen, die Räder standen an der Kathedrale und es war alles Bestens. Dann weiter auf kleinen Nebenstraßen bis kurz vor Montfort-sur-Meu. Wir hatten uns einen schönen Bach unter dem auf der Karte verzeichneten blauen Strich vorgestellt, gefunden haben wir ein Gülle – Rinnsal. In den Abständen, in denen die bretonischen Landwirte das Zeug einleiteten, stank es dann kurzzeitig entsprechend. Dafür gab’s an einer Art Erholungsgelände auf gerader Wiese einen Zeltplatz. Mit Geräuschkulisse von der nahen Autobahn. Wir hatten schon freakigere Plätze.

Dinan
Dafür ging es heute morgen auch mal 10.30 Uhr los. Wieder auf kleinen Nebenstrassen, die wir nach den vielbefahrenen Küstenstrassen sehr geniessen. Unsere „Binnenverbindung“ von der bretonischen Nordküste zur Südküste ist schon jetzt ein Erfolg. Den Kettler (= Radreiseführer "Nordwestfrankreich per Rad"; vom selben Verlag für Irland u. Norwegen aber sehr empfehlenswert!) kann man ja nicht mehr ernst nehmen, mit seiner 15 Jahre alten Auflage., vielleicht gibts ja aber doch bald eine neue.In Montfort haben wir mal den Supermarkt besucht und für das Halbzeitfest Cidre eingekauft. Dann immer weiter Richtung Süden bis Perpriac. Das war genau richtig zum Pause machen. Erst beim Bäcker süsse Stückle, dann Cafe in der Tabakbar nebenan. Als wir an dem extra für uns rausgestellten Tisch Platz genommen hatte, begann es auch schon zu regnen. Wir gleich wieder rein und schön gewartet, bis der Regen vorbei war. Der Beschluss, heute mal nicht so lange zu fahren, war ja schon gefaßt und die Richtung für den Platz auch klar: das Vilaine-Tal. Hier sind wir nun seit 16.00 Uhr, das Wetter ist wieder bestens, nach den vergangenen eher durchwachsenen Tagen. Alle Sachen trocknen in der Sonne und die Schlafsäcke lüften. Schade nur, dass die Vilaine nicht zum Baden geeignet ist. Kein Wunder, wenn alle Güllebäche in sie münden.
Aber auch von 10.00 Uhr morgens Start und bis 20.30 Uhr gefahren – eigentlich hätten es zweieinhalb Stunden eher sein können, denn die verbrachten wir bei einer Regenhusche unfreiwillig, aber trocken in einer prima Rummelgarage über Mittag.
Unseren herrlichen Zelt- u. Trockenplatz an der Vilaine (etwa bei Radineuf) verließen wir noch "off-road" entlang dem Fluß bis Port-de-Roche, über`n Fluß, bedauerten ein bischen, den dort scheinbar von Rennes kommenden und sicher bis zum Atlantik führenden Radweg entlang der Vilaine nicht weiter zu fahren / hätten gefahren sein können. Über Rennes wäre so eine Variante schon möglich gewesen.
So aber eher heute südöstl. per fast nur kleinen („weißen“) Michelin-Straßen, D 54 über Grand-Fougeray mit Wasserflaschen auffüllen, Gitanes und Briefmarken in der Tabac-Bar kaufen, weiter über Siou-les-Mines und St. Aubin-des-Chateaux über D 34, dann der Regenguß von einer Minute auf die andere mit einer gerade zum Glück offen stehenden Garage an der Straße. Wir haben es uns aber doch mit Baguette, Tomaten, Käse & Schinken und Süßis & Kippen ganz annehmlich gestaltet. Die Hausbesitzer kamen zweimal (im Wagen) vorbei, nickten uns nur verständnisvoll zu, so bei ihnen Zuflucht genommen zu haben.
Weiter dann im leichten Regen bis Chateaubriand, bischen die schöne alte Burg/Schloß besichtigt und kleine Stadtrundfahrt. Gleich weiter auf der D 41 /14 über Grand Auverne und Riaille mit petit cafe, den letzten Boulangerie- Stückles des Tages und Zeitungs- (Wetter-!) Blick, dann auf D 18 durchgezogen über Pannece, la Roche-Blanche, D 25 la Rouxiere und endlich runter ins Loire-Tal (D 28) nach Varades – 3 Meter vorm Ortseingangsschild wieder ein solcher Regenguß, der uns nochmal so richtig durchnäßte.
Varades im Durchfahren und um 20 Uhr eher unspektakulär, so gleich weiter über die Brücke, im öffentlichen Toilettenhäuschen independent mit Wasser versorgt, hinter St. Florent le V. direkt am Fluß äußerst freakigen Schlafplatz gefunden.
Fix an einer leicht Braunes-Wasser-Pumpe erfrischt, herrlich und viel Spaghetti mit Schinken-Tomatensoße und Äpfel-Studentenfutter-Nachtisch (gefundene Kornäpfel) gegessen und dann noch schön bis Mitternacht so im Dunkeln am Fluß vorm Zelt gesessen und Zigarillos geraucht.
Das Kommende schreib ich jetzt alles schon lange nicht mehr unterwegs, sondern 7 Wochen „danach“ auf. Und sitzte in Rostock, nun Ostseeküste, über der Karte und versuche mich anhand der aber wenigstens bis zuletzt konsequenten Routeneintragung zu erinnern. Macht Spaß, läßt aber schon bissel wehmütig werden!
Nach also der 1. Nacht an der Loire gings jetzt wieder westlich Richtung (endlich wieder !) Atlantik entlang dem Fluß. Denn irgendwie ist unser Bade- bzw. mehr als Wasserflaschen-Waschen-Bedürfnis stark in den letzten Binnenlandtagen gestiegen, sämtliche so extra übernachtungstechnisch ausgekuckten Flüße waren mehr als Brühe ...
Entlang der Loire auf ihren letzten Stück vor der Mündung konnten wir nur noch bischen vom wohl so berühmten Schlössercharme entdecken, links dem Fluß folgend mal mit einem Abstecher rüber nach Ancenis, weiter über Champteceaux, la Varenne; alles hübsch,aber nicht weiter extra spektakulär.
Mehrere Versuche, direkt am Fluß auf kleinen Straßen oder Wegen zu fahren, endeten meist am Wasser, so daß wir bis Nantes im ziemlichen Auf und Ab – und mal wieder Gegenwind - letztlich lieber auf der D 751 blieben.
Vor Nantes dann üblicher Großstadtverkehrs-Zuwachs, dank Radwegführung (nur an wenigen Stellen nicht immer eindeutig – kurz fast auf der Autobahn gelandet ...) bis ins Stadtzentrum aber erträglich.
Und dann war`s so schön in Nantes! Wohl eine unserer Lieblingsstädte der ganzen Bretagnetour!
Gleich Radsportfreund mit Helm nach Stadtzentrum gefragt und nach möglichem Zeltplatz: very cool, vier Sterne, Hightechdusche mit Zahlencode (von anderen freundlicherweise aber Tür prima bloß angelehnt ... ). Nach ausgiebiger und regelrecht genüßlicher Körperpflege – mittlerweile frühabendlich – wieder rein mit den Rädern (so herrlich leicht ohne Gepäck!), um uns schön die Stadt anzusehen.
Und das war so schön, belebte enge Kneipenstrassen, viele Leute bis spät in die Nacht unterwegs und gut drauf, wir (da schon alles zu war) haben uns gemütlich treiben lassen, viel Schönes von aussen angekuckt, einfach rumgelaufen, Cidre getrunken und beim Nordafrikaner nachts am Stand lecker Ziegenkäsepanini gegessen. Würden gerne noch mal kommen!
Dann wieder gut auf Radwegen und so nah wie möglich der Loire raus westlich aus der Stadt, kilometerlange Hafenanlagen, dann weg leicht nördlich (näher dem Fluss gibt’s auch nichts durchgehend Befahrbares) Coueron auf der D17 bis l’Esperance, auf kleinen „Gartenstrassen“ südlich an St. Etienne de-Mont’ne vorbei, ab Moulin Neuf dann auf der D93 über Cordemais bis Bouee. Alles ganz kleine Städtchen, oft gar keine Straßenklassifizierung, Ausschilderung und Ortsnamen. Sind zwischendurch öfters leicht unsicher geworden, ob es noch richtig ist, aber wir haben eine ältere Dame auf dem Rad in (Gemeideschwestern - ?) Tracht gefragt und haargenaue Auskunft für die nächsten 3000 Meter bekommen!
Eigentlich suchten wir den üblichen Milchladen bzw. Supermarkt und Boulanger zum Pause machen, haben dann mal mitten in der städtischen Grünanlage von Bouee neben Dorfkids auf der Parkbank wenigstens ein paar Trockenfrüchte reingeschoben.
Und dann gab’s etwa 5 km später einen so freakigen Bäcker mit Hinweisschild vorab: von aussen nicht erkennbar, ob überhaupt geöffnet ist, dann drei Generationen pietistisch anmutender Bäckersfrauen mit strengem Scheitel, Spitzenhäubchen, leicht verwachsen – wir vielleich an dem Tag die einzigen Kunden. Die „Wasserflaschenauffüllfrage“ wurde von der jüngeren Bäckersfrau mit einem klaren Verweis zum nahe dem Ort gelegenen Erholungsplatz mit Trinkwasserstelle beantwortet, die älteste der drei Frauen aber nahm einfach unsere Flaschen und füllte sie irgendwo hinten in der Backstube auf. – So also doch noch Baguette und Stückles.
Auf der D 90 ab Bouee über Lavau bis Donges, weiter D 4 durch la Cordionnai und über die Autobahn (N 171) nach Montoire-de-Bretagne. War ziemlich verwirrend und an den entscheidenden Stellen fehlte die notwendige Ausschilderung, wir hatten das Gefühl, wieder mal direkt auf der Autobahn zu landen, ist aber raffiniert drunter und drüber und entlang geführt: es gibt also eine Straße (obwohl es selbst die "Eingeborenen" nicht unbedingt wissen ...).
In Montoire eher nicht aufgehalten, obwohl es eigentlich recht hübsch war, das „Tor zur Grand Briere“ (Baedecker), unserem nächsten größerem Ziel. Per D 50 also rein in’s Sumpfland – der Baedi hatte es so doll geschildert – erst mal aber leise Enttäuschung, denn ausser stark befahrener Autostraße bis St. Malo -de- Guersac rechts und links ein paar Kühe, Supermarkt, normale Häuser – keine Moorlandromantik.
Kurz hinter St. Malo nach Wasser gefragt (wieder sehr nett!!) und Richtung Ile de’ Errand von der Straße aus gleich ideal auf abgemähter Wiese und wind- und sichtgeschützt Quartier genommen. Ringsum dort dann nur noch Kühe, Felder und Sumpf- und Trockenwiesen, kleine niedrige Hecken. Noch ein schöner Abend mit viel Sonne und nachts zwei Sternschnuppen.
Grand Briere
Erst Wasser holen beim Schleusenwärter, dann Fährauskünfte einholen, um den Golf du Morbihan zu überqueren (nur per Schiff möglich) und entscheidend abzukürzen, auch wenn wir uns da Vannes entgehen lassen (– aber nicht in jeder Bretagnestadt müssen auch wir sein). In unserer Karte war eine Fährverbindung Port- Navalo nach Locmariaquer eingetragen, aber Baedecker und der alte Kettler sind dann doch nicht so detailliert, also ohne Telefon für Touristenauskunft o.ä.
So also bei der Grand-Briere-Auskunft und Museum gefragt, Zeiten, Preise, Fahrradmitnahme telefonisch für uns erkundigen lassen; sehr freundlich und hilfsbereit.
Route also wie geplant so möglich, und wir haben uns die wirklich sehr hübsche Ile de Fedrun angesehen: viele Reetdachhäuser, rundlich wie Pilze, bzw. bischen wie Hiddensee und Spreewald; zum Glück nicht zu tourikitschig, sondern wirklich schön. Weiter dann auf der D 50 nun mit sichtbarem Sumpfland, Kanälen, Seen, kleinen (Spreewald-)Kähnen, einigermaßen Verkehr bis la Chapelle-des-marais, auf der D 33 über Herbignac, dann D 471 nach Camoel und weiter auf der D139 runter zur Vilaine-Mündung. Bis dahin prima Kilometer gemacht, und wir haben uns aufs Wiedersehen mit der Vilaine gefreut. Und dann wars ungewollt ausführlich, weil nach kurzer Aussichts-& Brot-Käse-Äpfel-Rast gerade die Zugbrücke der Strasse hochging, um die wartenden bestimmt 20 Segelboote per Schleuse durchzulassen. Hat aber auch Spass gemacht, zuzukucken. Wer weiss, wo die wohl alle langgesegelt sind, wo wir beide vielleicht schon mit dem Rad waren. Weiter ging es dann aber wieder zügig nach Arzal, dort auf kleiner Nebenstrasse fast parallel zur N165 durch Sommerfelder bis Muzillac, auf der D20 über Ambou, dann Suzur bis zum Abzweig der D199 Richtung Penvins. Ziemlich viel Sonntagsausflugsverkehr, in Ermangelung einer näheren, durchgehenden Küstenstrasse aber nur so möglich, die sehr hübsche Halbinsel Presqu’ ile de Rhuys längs zu durchqueren. Der Touri-Tip vom Vormittag von der Grand- Brière Touristenfrau war dann auch wirklich lohnend: Chateau de Suscinio in Vermoizau, eine verblüffende Mischung aus Mittelalterritterburg und Walt Disney Playmobilwelt. Wird aber auch als Sommertheaterspielort genutzt, bestimmt ziemlich schön, dort zu spielen!; Eisstand gleich daneben... Auf der D198 bis weiter Sarzeau mit petit café und süssen pains (nach wie vor Favoriten: „Chocolat“ und „aux amandes“!) auf schönem kleinen Marktplatz und Ziggis, dann mit Blick auf die Karte und die Uhr sehr kräftig in die Pedale getreten, um denn die allerletzte Fähre des Tages im Port -Navalo auch tatsächlich zu erwischen, wie wir nun schon so prima rausgekriegt hatten. So also durchgeschmettert auf der D780 an Arzon vorbei bis Port- Navalo, kann man fahren, gibt eh keine richtige Alternative. Den Tumulus nördl. der Strasse haben wir wgen der Eile nur bedacht; in den nächsten Tagen werden wir schon noch bestimmt reichlich von dieser Sorte sehen! Dann aber war doch noch eine halbe Stunde am Hafen Zeit – die Strecke wohl kürzer als zunächst ausgeschildert bzw. wir so fix ... – So schön und so viel los! Herrlich Abendatmosphäre, die Segelschiffe zogen mit der Flut in den Golf von Morbihan wieder rein und unser kleines Fährschiff mit einer Armlänge Platz von der Reeling zum Wasser mitten drin. Wir hätten das Boot beinahe ignoriert, sah aber auch echt kleiner als die Elbfähre in Pillnitz aus. Schon auf dem Boot prima Pauschalpreis incl. „Studententarif“ ausgehandelt und direkt an die Schifferin bezahlt – für beide Seiten sehr d’accord. Die Fahrt war in der Abendsonne so herrlich, leider aber nur eine halbe Stunde, dann schon angelegt in Locmariaquer, Wasservorrat independent aufgefüllt und uns auf der anderen Halbinselseite schönen Strandschlafplatz gesucht. Gleich noch gebadet, nebenan Zeltplatz, wir zwar auch nicht völlig ungestört am kleinen Küstenwanderweg, aber doch sehr froh über wenigstens diesen Abstand + "Freiheit" ... Haben noch lange bis in die Nacht gesessen und nun der Ebbe zugesehen. Schon verrückt!
Nach Morgenmeerbad eigentlich vorgehabt noch mal den Zeltplatz zum Rasieren und Klamottenwaschen zu frequentieren, war dann aber ziemlich iiix. Dafür waren wir einigermassen verblüfft, was für ein Gewimmel am Strand von Leuten war, die bei Ebbe mit Körbchen, kleinen Kinderrechen, Eimerchen und Käscher ausgerüstet wohl allesamt auf Krebs- und Austernfang aus waren. Sehr lustiger Anblick! Wir da vor einer Woche waren wohl ziemlich unprofessionell mit Muscheln in der Jackentasche, und das noch im Regen. - Eigentlich wollten wir direkt nun Hinkelsteine ankucken fahren, nach Carnac. Aber irgendwie haben wir uns ständig verfahren, die Ausschilderung war aber auch sehr willkürlich bzw. unsere Karte dann doch nicht so genau. So also nicht mehr ganz nachvollziebar nach la Trinité und Carnac, dort (blöde ausgeschildert, wahrscheinlich um Touriströme per Auto rund um den Ort zu schleusen) dann eines der Steinreihenfelder besichtigt. Schon eindrucksvoll, aber irgendwie merkwürdig künstlich, so eingezäunt wie eine Baumschule. Später haben wir dann aber direkt an der Strasse noch grössere Steine ohne grosses Schautafelgewese gefungen, sind schön dazwischen rumspaziert – das war im Grund viel schöner als das eigentliche Carnac.

Hinkelsteine
So also eher zügig auf der D781 über Erdeven bis Plouhine, dort auf D170 über Merlevenez bis nördl. auf die D194 nach Lanester-Lorient. Die Stadt leider eher bissel enttäuschend, eigentlich nur Neubauten, war aber auch als Marinestützpunkt der Nazis im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört worden. War bestimmt vorher sehr schön, der Stadtname assoziierte bei uns auch vorher so eine schöne alte Handelsstadt, Hafen für Gewürze und Seide aus Fernost vielleicht. Ein uns gegenseitig avanciertes Pastetchen vom Boucher (= Fleischer) blieb leider auf Grund üblicher Mittagspause und Ermanglung eines Traiteurs oder ähnliches aus, also wieder petit cafés plus lecker Stückles. Dann rasch durchgezogen auf der D162 über Ploemeur bis zur Küste nach Fort Bloque zum Badestrand. Die Idee hatten aber noch weitere vielleicht Tausende, zumindest war die Küsten-D152 fast ausnahmslos gesäumt von Autos, Zeltplätzen, Kneipen, der durchgehende Strand entsprechend von Badenden bedeckt. Bis kurz vor Guidel-Plages hofften wir noch auf ein weniger frequentiertes Stückchen Strand, haben uns dann aber einfach mitten ins Getümmel gesetzt. Prima am Textil in Unterwäsche und viel Nachbarschaftskontakt gebadet und gesonnt und vor allem Spass gehabt. Also doch Sonne-Strand-Urlaub! Auf den Abend noch mal einen kräftigen Anstieg auf der D 306 bis Guidel, dort auf kleiner Nebenstrasse bis hinter Kerbastie. (Dort heisst alles mit Ker..., ist auch fast jedes Haus extra so als quasi Dorfteil ausgeschildert – nix davon aber in unserer Karte wiederzufinden...) Auf einem abgeernteten Strohfeld am Waldrand haben wir dann unser Zelt aufgebaut und einigermassen stoppelig geschlafen. Aber schöner Platz!
Dann mit dem schon Feierabendverkehr uns gut nord-westlich raus aus der Stadt gefunden, kleine Strassen recht bergan über St. Alouarn und Guengat. Dort direkt nach Ladenschluss doch noch ein Brot und beim Fleischer-LebensmittelGemüseladen nach wieder Rolläden hochziehen und Türen aufschliessen Tomaten, Birnen und Milch gekauft, hatten nämlich so gar nix Frisches mehr. Sehr nett und wir recht froh. Dann auch nicht mehr weit in Richtung Le Juch gefahren, an einem Haus um Wasser gefragt. Das Ehepaar in den Fünfzigern, mit Grossvater, saß gerade bei geöffnetem Fenster beim Abendbrot, unsere Flaschen wurden durchgereicht und der Mann unterhielt sich sehr gern mit uns auf "Englisch" ( eher nicht so viel verstanden ...), war scheinbar auch Radfreak. Und dann schenkten sie uns noch Äpfel und Bananen – überreichlich also mit Obst eingedeckt und vorher noch so besorgt, ob wir überhaupt noch was kriegen!
Die Schlafplatzsuche kurz vor Le Juch war ungewollt speziell, eigentlich wollten wir nur einen Bauern fragen, ob es ihn nicht stört, auf einer seiner Weiden zu zelten. Kam dann aber mit uns mit, um uns eine ganz spezielle Wiese zu zeigen, wo wir wohl am besten campieren könnten. War nur leider bissel sehr schräg und von seinen Kühen gedüngt; trotzdem nach schönem letzten Kocheressen und Abschluss-Cidre-Flasche einigermassen geschlafen.
Nach bischen hin und her überlegen haben wir uns entschieden, gleich auf der Südseite der Halbinsel zu bleiben, hätten die bestellte Fähre ab Le Fret sowieso nicht mehr gekriegt. So also ein Plätzchen zum letzten Atlantikbaden und noch mal Sonnen und Durchwärmen gesucht und auch gefunden: ein ganz herrlicher und weitläufiger Klippenstrand, Betriebsferienhaus der französischen Bahn mit Telefonmöglichkeit und Fähre umreservieren und sonst nur herrlichstes Meer, Sonne, Brandung, Eidechsen, Ausruhen, letzte Vesper und Zigarrillos.
Hier wären wir noch gerne länger geblieben, überhaupt die ganze Crozon- Halbinsel ist sehr schön, nicht so dicht besiedelt und touristisch. Schon bisschen Abschiedsstimmung!
Dann wieder los mit grossem Ziel Fährhafen in Le Fret, um dort die letzte Fähre des Tages dann nun wirklich zu kriegen. Auf der D163 bis Argol, dort dann aber glatt in die falsche Richtung gen Osten auf der D60 9 Kilometer gefahren und es dann erst gemerkt. Also wieder zurück – sehr schöne bergige Strecke, aber zusammen 18 Kilometer umsonst! – und jetzt ziemlich unter Zeitdruck und voll gemeinem Gegenwind auf der D791 über Les Quatres Chemins und Tal-ar-Groas, von dort auf der D63 bis Lauvéoc, D55 bis endlich Le Fret straff durchgezogen. Bisschen bange, auch diese Fähre nicht zu kriegen und uns geärgert über die Schusselei vorhin. Und dann hatten wir fast noch eine ganze halbe Stunde und alles war wieder gut und entspannt.
Mit prima italienischer Muttitouristengruppe per Schiff nach Brest übergesetzt – schon ulkig, dort vor zwei Wochen nachts erst mit dem Auto und noch allem vor uns durchgefahren zu sein!
Wir dann also das allerletzte Stück durchs belebte, gleichzeitig bischen altneubau-schmuddelige und doch irgendwie charmante Brest westwärts raus, über Plouzané (und damit den Kreis geschlossen) wieder auf der D38 nach St. Renan zu unserem dort wartendem Auto.
Als allerletzten Abschluss dann direkt am Marktplatz in eine kleine, sehr schöne Creperie eingekehrt und dort herrlich angerichteten Salat, salzige und süsse Crépes und Cidre gespeist und unseren Radurlaub vor der Autoheimreise (dann am anderen Tag) nach Dresden gefeiert.
Es war so schön!!
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Letzte Aktualisierung: 07. 06. 2001 |
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